Schneeschimmelfrei in die neue Saison – Tipps zur Vorbeugung

Schneeschimmelfrei in die neue Saison – Tipps zur Vorbeugung


Von Schneeschimmel ist die Rede!


Rasenkrankheit des Monats "Schneeschimmel"



Jeder kennt sie, die unansehnlichen fauligen grau anmutenden Flecken, die sich gerade während der kühlen Herbst- und Wintermonate auf Rasenflächen entwickeln oder nach dem Abtauen des Schnees im Frühjahr plötzlich überall sichtbar werden.

In den meisten Fällen handelt es sich bei diesem typischen Krankheitserregern auf Rasengräsern um die sogenannte Nassfäule, die weitläufig auch unter den Bezeichnungen "Schneeschimmel", "Pink Snow Mold" oder "Microdochum Patch" bekannt ist.

Diese Namensgebung ist jedoch teilweise irreführend, da sie auf unterschiedlichen Symptombildern und Gräserverfärbungen oder Witterungsbedingungen basiert, die während des Krankheitsverlaufes auftreten können, aber nicht zwingend auftreten müssen.

So bedeutet die deutsche Bezeichnung " Schneeschimmel" nicht, dass eine unbedingte Voraussetzung für eine Infektion der Gräser Schneefall oder eine bestehende Schneedecke ist. Auch das Symptombild einer rosa Färbung der befallenen Gräser, das für die englische Namensgebung verantwortlich ist, tritt nur bei einer Infektion unter Lichtmangel in Erscheinung, der in diesem Fall z.B. durch eine vorhandene Schneedecke hervorgerufen wird.

Schadbild

Generell können alle Gräserarten befallen werden. Zu größeren Schäden kommt es jedoch hauptsächlich bei Lolium perenne, Poa annua und Agrostis Arten. Der Pilz befällt die Blätter und Blattscheiden der Gräser. Zu Beginn der Infektion zeigen sich zunächst kleine braune bis graue, schmierige, nasse und rundliche Flecken mit einem Durchmesser von 5-10 cm.
Der äußere Rand dieser Befallsbereiche ist dunkelbraun verfärbt. Unter feuchten Witterungsbedingungen kann sich im Außenbereich der Befallsstellen ein weißliches, watteartiges Myzel (fadenförmige Zellen des Pilzes) bilden.
Im zeitlichen Verlauf könne diese Befallsbereiche eine Größe von 20-30 cm erreichen.
Schließlich kann durch die Vereinigung dieser Flächen ein unregelmäßiges Erscheinungsbild entstehen, in dem die zu Infektionsbeginn noch rundlichen Strukturen optisch weniger offensichtlich sind.
Eine Regeneration der Gräser in den betroffenen Bereichen ist möglich und erfolgt in den meisten Fällen von Innen heraus. In dieser Phase erinnert der betroffene Bereich optisch an ein "Froschauge".

Infektionsvoraussetzungen - Verbreitung

Optimale Infektionsbedingungen für diesen Schadpilz sind Temperaturen zwischen 0-8 °C in Kombination mit feuchten oder nasskalten Witterungbedingungen (Regen, Tau, Nebel) oder einer geschlossenen Schneedecke, unter der die Gräser nicht gefroren sind. Die Verbreitung von Myzel oder infektiösen Pilzsporen erfolgt durch Spritzwasser, Wind oder mechanische Pflegearbeiten sowie das Schuhwerk der Sportler. Der bodenbürtige Pilz überdauert die wärmeren Jahreszeiten in infizierten Gräsern oder abgestorbenen Pflanzenresten (Rasenfilz).

Vorbeugende Maßnahmen

Generell sollte eine zu starke Bildung von Rasenfilz durch regelmäßiges Vertikutieren, Aerifizieren und Topdressen während der Vegetationsperiode vermieden werden.
Der mechanisch Abbau von Rasenfilz kann durch den zusätzlichen Einsatz solcher biologischer Bodenhilfsstoffe verbessert werden, die das Bodenleben fördern. Eine gleichmäßige Nährstoffversorgung auf der Grundlage einer bodenchemischen Nährstoffanalyse und der zusätzliche Einsatz von Pflanzenstärkungsmitteln verbessern die Vitalität und die Toleranz der Gräser gegenüber Rasenkrankheiten.
Im Herbst sollte eine kalibebetonte Düngung erfolgen. Dies stärkt die Gräser gegenüber typischem Kältestress. Hohe Stickstoffgaben im Herbst verzögern die Winterruhe und machen Gräser damit krankheitsanfälliger.
Alle Maßnahmen, die zu einer guten Be- und Durchlüftung der Grasnarbe und damit zu einem schnellen Abtrocknen der Gräser beitragen, reduzieren die Gefahr einer Pilzinfektion. Eine Komprimierung oder Verfestigung einer vorhandenen Schneedecke sollte vermieden werden.
In diesem Zusammenhang möchten wir darauf hinweisen, dass bei Pilzerkrankungen von Rasengräsern häufig Mischinfektionen vorliegen, die rein optisch mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. Für eine genaue Diagnose stehen verschiedene Untersuchungslabore zur Verfügung.

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